Arbeit über Grenzen hinweg: „Wir sind auf dem richtigen Weg“

Jiří Růžička
Sie bringen seit Jahren die grenzüberschreitende Kooperation auf deutscher und tschechischer Seite voran (von links): Pavel Hrdlička, Jiří Růžička, Tereza Homolková, Manfred Maurer, Manfred Aschenbrenner und Štěpán Laris Rubáš

Mit vielen Eindrücken zurück aus Berlin: Nach einer Fachkonferenz zur länderübergreifenden Zusammenarbeit im Rettungswesen zog BRK-Kreisgeschäftsführer Manfred Aschenbrenner zufrieden Bilanz. Der Grenzüberschreitende Rettungsdienst mit Sitz in Furth im Wald sei in manchen Bereichen seit Jahren „sogar Taktgeber“, freute er sich.

Von Frank Betthausen

Furth im Wald. Als „Initialzündung für unsere gemeinsamen Anliegen“ hat BRK-Kreisgeschäftsführer Manfred Aschenbrenner die „Bundesweite Fachkonferenz zur praktischen Umsetzung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Rettungswesen“ erlebt, die im Konferenzzentrum Mauerstraße in Berlin stattgefunden hat.

„Wir haben festgestellt, dass wir mit diesem Thema absolut auf dem richtigen Weg sind – und in manchen Bereichen sogar Taktgeber. Gerade, was die Kommunikationsmittel angeht! Wir haben mit unseren Beiträgen gute Eindrücke hinterlassen“, freute er sich mit Blick auf den vom Bayerischen Roten Kreuz verantworteten Grenzüberschreitenden Rettungsdienst (GüRD) mit Sitz in Furth im Wald.

Vorträge und Workshops

Dessen Projektleiter Manfred Maurer und seine Stellvertreterin Tereza Homolková waren mit ihren Erfahrungen und ihrem Hintergrundwissen direkt ins Programm eingebunden, das die Universitätsmedizin Greifswald im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums ausgearbeitet hatte.

144 Teilnehmer aus allen Grenzräumen der Bundesrepublik Deutschland reisten für Vorträge und Workshops in die Hauptstadt. „Das war ein sehr guter Blick über den Gartenzaun – von Dänemark bis Luxemburg, von der Schweiz bis nach Polen“, meinte Aschenbrenner.

 Zusammenarbeit über Grenzen hinweg braucht mehr: geordnete Bahnen und feste Strukturen. 

BRK-Kreisgeschäftsführer Manfred Aschenbrenner

Tereza Homolková
„Wenn die Grenze zum Nebenschauplatz wird“: So war der 20-minütige Vortrag von Manfred Maurer überschrieben, in dem er die Arbeit des Grenzüberschreitenden Rettungsdienstes vorstellte.

Wie Maurer und Homolková freute er sich sehr über die Begegnungen mit Pavel Hrdlička, dem Direktor des Rettungsdienstes der Region Pilsen (ZZSPK), und Jiří Růžička, dem Projekt-Verantwortlichen für die grenzüberschreitende Kooperation mit dem BRK.

Mit Josef Trefil und Štěpán Laris Rubáš von der Integrierten Leitstelle in Pilsen waren zwei weitere wichtige Ansprechpartner für den GüRD nach Berlin gekommen.

Die dort in Arbeitsgruppen erzielten Ergebnisse sollen laut Aschenbrenner ausgewertet werden, „um Bedarfe konzentriert an die Politik herantragen zu können“. 

Kritik an „Projektitis“

Unter dem Strich, betonte er in seinem Fazit, sei bei der Tagung „gefühlt“ eine Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Grenzüberschreitende Notfallrettung entstanden.

Dabei hätten alle Beteiligten – unabhängig von den Regionen, in denen sie leben und tätig sind – bekräftigt, dass die gängige Praxis, länderübergreifende Kooperationen auf Projekten und Projektzeiträumen aufzubauen, auf Dauer nicht zielführend sei.

„Durch diese Form der ‚Projektitis‘ scheitert das Ganze häufig, weil es nicht in eine Regelfinanzierung übergeht“, beschrieb Aschenbrenner die Erfahrungen der Teilnehmer. Zusammenarbeit über Grenzen hinweg brauche mehr: geordnete Bahnen und feste Strukturen.