
Nach einer Initiative des früheren Bereitschaftsleiters Franz Seidl zeigt Malermeister Josef Lecker aus Ränkam sein ganzes Können und lässt einen 1993 errichteten Bildstock buchstäblich neu aufleuchten. Dabei verzichtet der Unternehmer sogar auf seinen Lohn.
Von Frank Betthausen
Furth im Wald. Als Franz Seidl im vergangenen Winter mit seinen Tourenskiern am Voithenberg unterwegs war, kam er am Wendelin-Marterl vorbei. Der hölzerne Bildstock, den die Bergwacht Furth im Wald 1993 errichtet hatte, war nicht mehr im allerbesten Zustand – das fiel dem früheren Bereitschaftsleiter und Gründer der Jugendgruppe sofort auf…
So kam Seidl „in seinem jugendlichen Leichtsinn“, wie er es formuliert, im Frühjahr wieder und baute das Flurdenkmal ab – fest entschlossen, das verwitterte Holz zu säubern und zu pflegen.
Erst bei diesen Arbeiten realisierte er, wie stark Wind und Wetter auch das Bild des Heiligen in Mitleidenschaft gezogen hatten. „Da war ich mit meinen Fähigkeiten am Ende“, sagt er.
Bergwacht-Mitglied Andreas Beck wusste Rat und vermittelte Seidl den Kontakt zu Josef Lecker aus Ränkam. Der Maler, Kirchenmaler und Vergolder nahm sich der Sache an – unentgeltlich und als Entgegenkommen für die Bergretter.
Immer dann, wenn es seine Zeit erlaubte, beschäftigte sich der Malermeister mit dem Abbild des Heiligen, das einst auf Gips aufgetragen worden war.
Das hält jetzt wieder 20 Jahre.
Franz Seidl

„Wir haben das Ganze hinterspritzt und die Farbschollen wieder niedergelegt, um den Bestand erhalten zu können“, erläutert der Unternehmer. Danach seien die Oberflächen in der vorhandenen Farbgebung retuschiert worden.
„Das hält jetzt wieder 20 Jahre“, freut sich Franz Seidl mit Blick auf das rundum erneuerte Werk, das Ende Mai an seinen alten Standort zurückgebracht worden war. Seine Initiative, meint er bei einem Vor-Ort-Termin am Montagabend, sei als Unterstützung für „die Jungen“ zu sehen, die durch das Einsatzgeschehen heute stark gebunden seien.
Und: Letztlich komme darin auch die Liebe zu den Schönheiten in der Region und zur Natur zum Ausdruck. Die Bergwacht Furth im Wald sei schließlich mehr als eine Rettungsorganisation.
Ein Vertreter der von Seidl angesprochenen „Nachwuchs-Generation“, Bereitschaftsleiter Georg Hofstetter, nutzt das Treffen, um Josef Lecker „für sein besonderes Engagement“ zu danken – mit einer Flasche Bergwacht-Schlehengeist „für den einen oder anderen verdienten Feierabend“.
Der Malermeister selbst gibt sich bescheiden. „Das war für uns klar, dass wir das ehrenamtlich machen“, sagt er.