BRK-Delegation knüpft Kontakte zum Tschechischen Roten Kreuz

Frank Betthausen
Generalsekretär Karol Čukan (rechts) sprach beim Besuch der ostbayerischen BRK-Delegation am Montagnachmittag von einem „internationalen Tag“. Denn: Am Vormittag hatte er Gäste des Finnischen Roten Kreuzes empfangen. Aus dem Bereich des BRK-Bezirksverbands Niederbayern/Oberpfalz waren Karl Holmeier (3. von rechts), Mario Drexler (3. von links), Manfred Aschenbrenner (2. von links), Franz Lobmeier (links), Sven Lehner (4. von rechts) und Manfred Maurer (2. von rechts) nach Prag gereist.

Bei einem Kennenlernbesuch in Prag loteten Rot-Kreuz-Vertreter aus Ostbayern mit Generalsekretär Karol Čukan mögliche Bereiche einer Kooperation aus. „Von einer verbesserten Zusammenarbeit können wir auf beiden Seiten der Grenze profitieren“, betonte Karl Holmeier, der stellvertretende Kreisvorsitzende des BRK Cham.

Von Frank Betthausen

Cham/Prag. Über das Kompetenz- und Koordinierungszentrum für den grenzüberschreitenden Rettungsdienst (GüRD) in Furth im Wald unterhält das BRK Cham seit zehn Jahren enge Kontakte nach Tschechien und insbesondere zum Rettungsdienst der Region Pilsen. 

Um den Kreis der Ansprechpartner zu erweitern und sich über weitere mögliche Kooperationen auszutauschen, hat eine Delegation ostbayerischer Rot-Kreuz-Vertreter, angeführt von Chams stellvertretendem Kreisvorsitzenden Karl Holmeier, in dieser Woche das Tschechische Rote Kreuz (Český červený kříž, ČČK) besucht.

Am Sitz der Nationalen Rotkreuz-Gesellschaft in Prag hieß Generalsekretär Karol Čukan die Gäste aus Niederbayern und der Oberpfalz willkommen. „Ich denke, dass viel Potenzial zur Entwicklung da ist im Kontakt zum Bayerischen Roten Kreuz“, erklärte Čukan, der seit 2022 im Amt ist. Probleme machten nicht an der Grenze Halt. Vor diesem Hintergrund dienten Treffen wie dieses auch dazu, „sich gegenseitig zu inspirieren“.

Der GüRD als „Hebel“

Karl Holmeier betonte: „Von einer verbesserten Zusammenarbeit können wir auf beiden Seiten der Grenze profitieren.“ Das betreffe das Rote Kreuz genauso wie die Bürger. Den GüRD in Furth im Wald sah er hier als „Hebel“, die länderübergreifende Kooperation mit Tschechien zu vertiefen – „nicht allein in Rettungsdienstfragen“.

Karol Čukan – das Tschechische Rote Kreuz hat nach seinen Angaben rund 600 hauptamtlich Beschäftigte sowie mehr als 14 000 Mitglieder und Freiwillige in 62 regionalen Verbänden – hieb in die gleiche Kerbe. „Es würde mich freuen, wenn es gelingen könnte, auf der Mikroebene die lokalen Verbände zu vernetzen“, sagte er.

Ein Thema, für das sich mit Manfred Aschenbrenner (Cham), Franz Lobmeier (Regen) und Sven Lehner (Tirschenreuth) auch drei BRK-Kreisgeschäftsführer offen zeigten, die mit in die tschechische Hauptstadt gereist waren. Der Gästegruppe gehörten außerdem BRK-Bezirksgeschäftsführer Mario Drexler und GüRD-Projektleiter Manfred Maurer an. Milada Vlachová fungierte als Dolmetscherin.

 Wir haben eine große Schnittmenge gemeinsamer Themen – angefangen von der Notfallrettung, über die Krankenhausversorgung bis hin zu Erster Hilfe. 

Manfred Aschenbrenner, Kreisgeschäftsführer BRK Cham

Frank Betthausen
Generalsekretär Karol Čukan und Karl Holmeier, stellvertretender Kreisvorsitzender des BRK Cham, tauschten nach dem Gespräch Erinnerungsgeschenke aus.

Aschenbrenner sah, wie er bei dem Kennenlerntreffen mit Čukan bekräftigte, „eine große Schnittmenge gemeinsamer Themen – angefangen von der Notfallrettung, über die Krankenhausversorgung bis hin zu Erster Hilfe“. Letztendlich könnten die Beteiligten auch über den Zivil- und den Katastrophenschutz sprechen.

Mögliche Bezugs- und Anknüpfungspunkte sollen – dieser Entschluss stand am Ende des Termins – bei weiteren Arbeitstreffen und einem Gegenbesuch in Cham thematisiert werden. „Zielgerichtet, aber realistisch“, wie die Teilnehmer erklärten.

Denn: Nicht in allen Bereichen sei durch die unterschiedlichen Gesundheitssysteme eine Zusammenarbeit möglich, meinte Čukan, der Karl Holmeier und dessen Begleitern einen Überblick über die Tätigkeiten des Tschechischen Roten Kreuzes verschaffte.

Erste Hilfe als ein Schwerpunkt

Die Hilfsorganisation im Nachbarland – der Rettungsdienst ist dort staatlich organisiert – engagiert sich mit entsprechenden Dienstleistungen vorrangig im sozialen Sektor und in den Freiwilligendiensten. 

Neben der häuslichen Pflege und dem Betrieb von Seniorenheimen zählt die Erste-Hilfe-Ausbildung zu den Hauptaufgaben. „Jedes Jahr nehmen rund 50.000 Menschen an unseren Kursen teil“, erläuterte der Generalsekretär.

Darüber hinaus zeichnet das Tschechische Rote Kreuz für die Ehrung von Blutspendern und die öffentliche Werbung für Blutspende-Termine verantwortlich, die – losgelöst vom ČČK – in erster Linie in Kliniken und Krankenhäusern angeboten werden.

Im Bereich des Katastrophenschutzes unterhält die Nationale Rotkreuz-Gesellschaft 45 Einheiten mit knapp 1000 Aktiven.