Die intensive Jugendarbeit in Waldmünchen zahlt sich aus

Klaus Scherr
Referatsleiter Stefan Raab (Mitte) überbrachte nicht nur die Grüße des Kreisvorstands und der Geschäftsführung, er übergab auch Spenden an die Jugendgruppe der Wasserwacht (links Ortsvorsitzender Andreas Dietl) und das JRK (rechts Betreuerin Stephanie Haberl).

Erst vor knapp zwei Jahren war in der Trenck-Stadt das Jugendrotkreuz zu neuem Leben erweckt worden. Durch den großen, kontinuierlichen Einsatz der Gruppenleiter stellen sich beachtliche Erfolge ein, wie Stephanie Haberl bei der Jahresversammlung der örtlichen BRK-Familie berichtete. Beim JRK-Kreiswettbewerb in Furth im Wald räumten die Mädchen und Jungen am 21. März kräftig ab.

Von Nikolaus Scherr

Waldmünchen. Die Nachwuchsarbeit beim Roten Kreuz in Waldmünchen trägt Früchte. Das hat sich am vergangenen Freitag bei der Jahresversammlung im BRK-Haus gezeigt. Im voll besetzten Lehrsaal stellte Gruppenleiterin Stephanie Haberl die Erfolge des aufstrebenden Jugendrotkreuzes vor. Und die können sich sehen lassen!

Am 21. März stand der JRK-Kreiswettbewerb in Furth im Wald auf dem Programm. Dort räumten die Mädchen und Jungen aus Waldmünchen kräftig ab. Die Gruppe der Bambini belegte in der Drachenstich-Stadt laut Haberl einmal Platz eins und einmal Platz zwei. 

Das Team in Stufe 1 errang ebenfalls den ersten Platz – wie auch die Vertretung in Stufe 2. Die Platzierungen – Bereichsvorsitzender Dr. Peter Hering bezeichnete die Arbeit des JRK in Waldmünchen als „bemerkenswert“ – berechtigen zur Teilnahme am Bezirkswettbewerb Anfang Mai.

 Das BRK in Waldmünchen gibt den Bürgern das gute Gefühl der Sicherheit. 

Bürgermeister Markus Ackermann

Doch auch andere Mitglieder der örtlichen BRK-Familie machten 2025 von sich reden. So betrachteten viele Anwesende die Zahl der Neuzugänge bei der BRK-Bereitschaft, der seit knapp einem Jahr Julia Allwicher und Franziska Babl vorstehen, als „herausragend“. Sage und schreibe zwölf Personen schlossen sich der Gemeinschaft neu an – inklusive einem Übertritt aus den Reihen des Jugendrotkreuzes.

Den Reigen der Reden und Rückblicke eröffnete an dem Abend Irmgard Manner für den Frauenarbeitskreis. Leiterin Karin Betz war verhindert. Die etwa zehn Damen kümmern sich bei den Blutspende-Terminen in Waldmünchen und Schönthal um die Registrierung und Verpflegung der Blutspender.

Rückgang von 14,8 Prozent

Außerdem versorgen sie am Altennachmittag beim Heimatfest die eingeladenen Senioren in der Festhalle. Alles in allem kamen – auch bei Repräsentations-Terminen – im vergangenen Jahr nach Angaben von Manner 719 Stunden zusammen.

Die Zahlen für den Rettungsdienst stellte Wachleiter Walter Urban vor. Die BRK-Rettungswache in Waldmünchen musste demnach 2025 einen Einsatzrückgang von 14,8 Prozent verzeichnen (124 Einsätze weniger als im Jahr 2024 mit 838 entsprechenden Ereignissen). 

Ein leichter Rückgang war nach Darstellung von Urban auch bei den ehrenamtlich geleisteten Diensten zu registrieren. Hier kamen 976 Stunden (2024: 1340) zusammen. 

Klaus Scherr
Auf dieser Aufnahme sind die für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrten Bereitschafts-Aktiven mit der Führungsriege zu sehen (von links): Julia Allwicher, Markus Hausladen, Anja Gabriel, Andreas Gabriel, Stephanie Haberl, Susanne Mißlinger, Anna Ruhland, Franziska Babl und Dr. Peter Hering.

Ebenfalls mit einem Rückgang hatte der Blutspendedienst zu kämpfen, da 2025 nur zwölf Termine im Altlandkreis möglich gewesen seien, wie es hieß. 2024 seien es noch 15 Veranstaltungen gewesen. So reduzierte sich auch die Zahl der Blutspender von 1341 auf 1213. Bei den Erstspendern ergab sich durch die Umstände ein Minus von 79 auf 59. 

Für den Einkauf der Brotzeiten und den Auf- und Abbau der Registratur- sowie Verpflegungsstationen ist Andreas Urban verantwortlich. In den Spendeorten Waldmünchen und Schönthal hilft der Frauenarbeitskreis aus Waldmünchen mit. In Rötz und Tiefenbach versorgen die Arbeitskreise aus den jeweiligen Gemenden die Gäste. 

87 Kinder in den Schwimmkursen

Für die größte Gemeinschaft in Waldmünchen, die Wasserwacht, sprach Andi Dietl von einem leichten Zuwachs um fünf Personen auf 562 Mitglieder. Den absoluten Höhepunkt bildete nach seiner Darstellung 2025 abermals das Seefest, das sich erneut als Besuchermagnet erwies.

Einen Kernpunkt der ehrenamtlichen Arbeit stellten die Schwimmkurse dar, die im vergangenen Jahr 87 Kinder besuchten. Erstmals fanden neun Lehrgänge für Trisomie-Kinder statt. 

Die 18 aktiven Wasserretter wurden zu drei Einsätzen alarmiert und sammelten mit Aus- und Fortbildung 1285 Stunden an Diensten an. Die Jugend kam auf 3031 Stunden. Insgesamt kratzte die große Gruppe der Wasserwacht mit 9514 Stunden an der 10 000er Grenze (2024: 8240).

 Das BRK Waldmünchen ist stark, weil ihr es seid! 

Referatsleiter Stefan Raab

In einem Ausblick auf das laufende Jahr nannte Andi Dietl „den wichtigen Termin für das nächste Seefest am 24. Juli“, das bei hoffentlich gutem Wetter stattfinden werde. Außerdem sprach er davon, dass das neue Einsatzfahrzeug, ein Mercedes Sprinter, ausgeliefert worden sei.

Die Unternehmungen des Jugendrotkreuzes präsentierte Gruppenleiterin Stephanie Haberl. Ihr Partner und Gruppenleiter Max Schmid war verhindert. Die erst vor knapp zwei Jahren reaktivierte Rotkreuz-Gemeinschaft entwickelt sich prächtig. 

In den vergangenen zwölf Monaten trafen sich die beiden Altersgruppen mit insgesamt 28 Kindern zu 23 Gruppenstunden. Diese finden jeden zweiten Donnerstag im BRK-Haus statt. Interessenten können dort jederzeit vorbeischauen. 

Teddy-Klinik als fester Bestandteil

Die Aktivitäten reichen von der Erste-Hilfe Aus- und Fortbildung bis hin zum Plätzchenbacken. Beim Herbst- und beim Seefest ist das JRK mit einem Pavillon vertreten. 

Die Teddy-Klinik sei ebenfalls ein fester, beliebter Bestandteil bei größeren Veranstaltungen. Auf 547 summierten sich die Stunden bei den Kindern, bei den Betreuern kamen nochmals 570 Stunden dazu (insgesamt: 1117). 

Julia Allwicher und Franziska Babl pickten für die Bereitschaft aus zahlreichen Ereignissen abwechselnd die Höhepunkte heraus – etwa die zweitägige Großübung „Flammendes Steindl“ am Osser, bei der die Mannschaft aus Waldmünchen ihre Aufgabe als Betreuungseinheit bewältigte. 

Stephanie Haberl
Das Foto zeigt die Aktiven, die sich im vergangenen Jahr bei der BRK-Bereitschaft in der Trenck-Stadt besonders einbrachten.

Nach dem Fund einer englischen Weltkriegsbombe in Cham war die örtliche Gemeinschaft ebenfalls gefordert – genauso wie beim zweitägigen Void-Festival nahe Sinzendorf. 

Im Mai standen Neuwahlen und damit ein Führungswechsel an. Dieter Müller kandierte nach 16 Jahren nicht mehr als Bereitschaftsleiter und übergab das Zepter an die beiden Damen. 

Bereitschaftsarzt Dr. Klaus Hör wurde von Maximilian Schmid abgelöst. Bereichsvorsitzender Hering äußerte sich erfreut, dass der Führungswechsel so reibungslos geklappt habe.

In der Gesamt-Statistik von Allwicher und Babl standen für 2025 am Ende 5009 Dienststunden – nach 5649 im Jahr zuvor.

Die Stunden-Übersicht der Bereitschaft:

  • Rettungsdienst: 1659 Stunden (Vorjahr: 1615)
  • Aus- und Fortbildung: 811 (747)
  • Dienstabende: 391 (183)
  • Sanitätsdienst: 198 (214)
  • HvO Tiefenbach: 395 (96)
  • Betreuungsdienst: 281 (45)
  • Gesellschaftliches: 563 (1233)
  • Sonstiges – etwa Blutspende oder Bereitschaftsleitung: 710 (572)

 Es war mir eine große Freude, die eindrucksvollen Berichte zu erleben. 

Kreisbereitschaftsleiter Markus Hausladen

Allwicher und Babl nutzten die Jahresversammlung, um eine Reihe an Mitstreitern auszuzeichnen. Für zehn Jahre Mitgliedschaft erhielten Anna Ruhland, Silke Biegerl, Kerstin Riedl und Susanne Mißlinger ihre verdiente Anerkennung. 

Seit 15 Jahren ist auf Stephanie Haberl Verlass, seit 20 Jahren auf Anja Gabriel. Seit 30 Jahren kann das Rote Kreuz auf Andreas Gabriel und Maximilian Schmid zählen.

Dank für 16 Jahre Engagement

Außerdem würdigten Allwicher und Babl, die ihrem Vorgänger Dieter Müller herzlich für dessen 16 Jahre währendes Engagement dankten, die fleißigsten Bereitschaftsangehörigen mit kleinen Präsenten. 

Auf die meisten Stunden (in Klammern die Zahlen für den ehrenamtlichen Rettungsdienst) brachten es im Jahr 2025:

  • 1. Beatrix Meixner: 675 Stunden (431)
  • 2. Marianne Simon: 574 (383)
  • 3. Dieter Müller: 512 (369)
  • 4. Franziska Babl: 405
  • 5. Julia Allwicher: 364
  • 6. Nikolaus Scherr: 280
  • 7. Marina Hauser: 199 (37)
  • 8. Christian Ruhland: 191 (100)
  • 9. Andreas Urban: 186
  • 10. Dominik Schmid: 167 (165)
Klaus Scherr
Wachleiter Walter Urban stellte die Einsatzzahlen des Rettungsdienstes vor.

Der scheidende Bürgermeister Markus Ackermann dankte den ehrenamtlichen Aktiven in seinem Grußwort für ihren „wertvollen Dienst an der Gesellschaft“. Das BRK in Waldmünchen gebe den Bürgern „das gute Gefühl der Sicherheit“. 

Die Berichte aus den einzelnen Zuständigkeitsbereichen zeugten davon, „dass die Mitglieder des Roten Kreuzes absolute Überzeugungstäter sind und dass die große Rot-Kreuz-Familie auf gesunden Beinen steht“. 

Leichte Sorgenfalten verursachten die Zahlen beim Rettungsdienst, aber das BRK könne sich der Unterstützung der Kommune gewiss sein. „Wir stehen zur Rettungswache in der Trenck-Stadt“, sagte Ackermann.

Viele positive Aspekte

BRK-Referatsleiter Stefan Raab stellte für den Kreisverband die positiven Aspekte aller fünf Gemeinschaften heraus. „Das BRK Waldmünchen ist stark, weil ihr es seid!“, sagte er an die Adresse aller freiwilligen Kräfte vor Ort. Ein „Extra-Lob“ hatte er für die Breitenausbildung übrig. 

Der neue Kreisbereitschaftsleiter Markus Hausladen nahm in dieser Funktion erstmals an einer Jahresversammlung in Waldmünchen teil. Es sei eine große Freude gewesen, „die eindrucksvollen Berichte zu erleben“, sagte der Funktionär und dankte allen, „die mit großem Engagement an den Erfolgen des Jahres 2025 beteiligt waren“.

Klaus Scherr
Julia Allwicher (links) und Franziska Babl leiten seit einem Jahr die Geschicke der Waldmünchner BRK-Bereitschaft.