
Über Kurzzeit-Praktika bietet das Koordinierungszentrum für den Grenzüberschreitenden Rettungsdienst mit Sitz in Furth im Wald Rettungs- und Notfallsanitätern sowie Einsatzführungskräften die Gelegenheit, Auslandserfahrung zu sammeln und die Zusammenarbeit zwischen Bayern und Tschechien hautnah zu erleben.
Von Frank Betthausen
Furth im Wald. Da eine Hand auf der Schulter, hier ein gelöstes Grinsen, dort ein Victory-Zeichen! Wer ein Gespür dafür bekommen möchte, wo und auf welche Weise Europa wirklich zusammenwächst, der sollte sich auf Facebook oder Instagram die Bilder der 18 Rettungsdienst-Kollegen aus Deutschland und Tschechien anschauen, die seit April 2025 Praktika im jeweiligen Nachbarland absolviert haben – entweder an BRK-Wachen im Grenzgebiet oder an Standorten des Rettungsdienstes der Region Pilsen (ZZSPk).
Organisiert werden die Hospitationen – sie umfassen üblicherweise eine Schicht, auf Wunsch auch mehr – vom Kompetenz- und Koordinierungszentrum für den Grenzüberschreitenden Rettungsdienst (GüRD). Das Angebot richtet sich an Rettungs- und Notfallsanitäter sowie Einsatzführungskräfte.
„Das Kurzzeit-Praktikum bietet die einmalige Gelegenheit, Auslandserfahrung zu sammeln und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit hautnah zu erleben“, sagt GüRD-Projektleiter Manfred Maurer.
Die Teilnehmer des vergangenen Jahres waren und sind begeistert. Felix Wachter vom BRK Rottal-Inn, der im September zwei Tage in Železná Ruda verbrachte, beispielweise spricht von einer „wunderbaren Erfahrung“. Die Kollegen hätten sich extrem bemüht, ihm auch in der einsatzfreien Zeit ein interessantes Programm zu bieten.
Ich kann das Praktikum allen Kollegen aus Tschechien wie auch aus Deutschland nur empfehlen, da es ein besseres Verständnis beider Rettungsdienstsysteme vermittelt.
Dalibor Kadanik, BRK Regen

Neben der örtlichen Hauptwache der Bergwacht und der Unterkunft der benachbarten Feuerwehr habe er eine Führung durch die Hauptstelle des Rettungsdienstes in Klatovy erhalten. Egal, wo er hingekommen sei: Er sei überall freundlich und mit großer Offenheit aufgenommen worden.
„Alles in allem waren es gelungene und gut investierte Tage“, hält Wachter fest. Die Sprachbarriere sei natürlich vorhanden. „Dennoch konnten wir uns mit Deutsch, Englisch sowie mit Händen und Füßen oder dank Übersetzungs-Apps verständigen und gut zusammenarbeiten.“
Martin Štěpán aus Sušice verbrachte im Juni „zwölf sehr angenehme Stunden“ beim BRK in Furth im Wald. In einer E-Mail bedankte er sich damals bei den Verantwortlichen des GüRD „für die Geduld, besonders im Hinblick auf mein nicht perfektes Deutsch, und dafür, dass ich ein Teil des Teams sein durfte“.
Dalibor Kadanik vom BRK Regen, der im August in Železná Ruda hospitierte, meint in seinem Fazit: „Ich kann das Praktikum allen Kollegen aus Tschechien wie auch aus Deutschland nur empfehlen, da es ein besseres Verständnis beider Rettungsdienstsysteme vermittelt.“