
Franz Amberger, der langjährige Vorsitzende der Burgfreunde, übergab das besondere Erinnerungsstück vor der Segnung der Räume am Montag an Bürgermeister Franz Kopp. Es stammt aus dem Nachlass seines Großonkels.
Von Frank Betthausen
Runding. Mit der Segnung der BRK-Tagespflege im Fichtenweg, die Anfang Februar ihre Pforten geöffnet hatte, hat am Montag eines der wichtigsten Vorhaben der vergangenen Jahre in Runding seinen Abschluss gefunden.
Im November war im direkt angrenzenden Nebengebäude, das an der Haidsteiner Straße liegt, die BRK-Kindertagesstätte (Kita) Haidsteinhörnchen eingeweiht worden – mit einem Tag der offenen Tür und aberdutzenden von Besuchern.
Die Feier in der fünf Monate später vollendeten Seniorentagesstätte (Seta), bei der Franz Amberger, Vorsitzender der Burgfreunde, zur besonderen Zierde der Räumlichkeiten ein geschätzt 100 Jahre altes Holzkreuz aus dem Nachlass seines Großonkels übergab, fiel deutlich kleiner aus.
Aber: Sie war Bürgermeister Franz Kopp ein wichtiges Anliegen, wie er bekräftigte.
Für das Rote Kreuz gehört es zu den wesentlichen Aufgaben, einen Beitrag dazu zu leisten, dass unsere Senioren nicht an den Rand der Gesellschaft gestellt werden, sondern mitten hinein.
BRK-Kreisvorsitzender Theo Zellner
Wenn im Sommer die Außenanlagen rund um das vollständig sanierte frühere Zentrum der Glaubensgemeinschaft Ichthys fertiggestellt und bepflanzt seien und es überall blühe, „dann haben wir in Runding ein wirklich gelungenes Projekt abgeschlossen, das man mit Fug und Recht als generationenübergreifend bezeichnen darf“, meinte das Gemeindeoberhaupt.
Es sei ein Konzept, auf das Runding stolz sein könne und das dafür stehe, dass gemeinsam etwas für die Gesellschaft geleistet worden sei.
„Es freut mich, dass es so geworden ist, wie ich es mir am Anfang vorgestellt habe – nämlich ein Ort, der zum einen eine Anlaufstelle für die Kleinen ist, und zum anderen ein Ort, wo unsere älteren Mitbürger die Aufmerksamkeit und die Pflege bekommen, die sie sich in ihrem ganzen Leben verdient haben“, sagte Kopp.

Mit dem BRK habe die Kommune den perfekten Partner für beide Einrichtungen gefunden, betonte der Bürgermeister. Er dankte dem Kreisverband für die „außerordentlich gute Zusammenarbeit“ und allen Baufirmen, die gute Arbeit geleistet hätten und damit im Kostenrahmen und im Zeitplan geblieben seien.
BRK-Kreisvorsitzender Theo Zellner sicherte den Verantwortlichen in Runding und allen Bürgern zu, dass der Sozialverband alles dafür tun werde, den Ansprüchen, die eine Gemeinde an eine Tagespflege stelle, gerecht zu werden.
In Zeiten, in denen im täglichen Umgang viel zu oft ein Gegeneinander feststellbar sei, gehöre es für das Rote Kreuz zu den wesentlichen Aufgaben, seinen Beitrag dazu zu leisten, „dass unsere Senioren nicht an den Rand der Gesellschaft gestellt werden, sondern mitten hinein“.
Als ich gehört habe, dass ihr das wieder anpackt, habe ich mich schon gefreut und mir gedacht: Das ist sehr gut für Runding und die Pfarreien-Gemeinschaft.
Pfarrer Kilian Limbrunner
Das verbinde und halte die Menschen zusammen. „Wir können das, was ihr gesät habt, in der heutigen Gesellschaft ernten“, sagte er an die Adresse der Tagespflege-Gäste, die am Montag der Feierstunde beiwohnten.
Und er ergänzte: „Wir werden niemals euer Zuhause und eure Familie ersetzen können, aber wir wollen sie ergänzen“. Immer mit dem Ziel, Familien-Angehörigen eine Hilfestellung dafür zu geben, Beruf und Privatleben in Einklang bringen zu können…
Pfarrer Kilian Limbrunner, der die neue Seta segnete, erinnerte an die ersten Versuche des einstigen Diakons Stefan Oana, vor Ort eine Seniorenbetreuung zu etablieren. Die Idee sei damals wieder im Sande verlaufen, weil die Zeit wohl noch nicht reif dafür gewesen sei.
„Als ich gehört habe, dass ihr das wieder anpackt, habe ich mich schon gefreut und mir gedacht: Das ist sehr gut für Runding und die Pfarreien-Gemeinschaft“, richtete er lobende Worte an Franz Kopp und die BRK-Mitarbeiter, unter ihnen Kreisgeschäftsführer Manfred Aschenbrenner.
Wie alle anderen Besucher reagierte der Geistliche sehr angetan auf das große, fein gearbeitete Kreuz mit der Christusfigur, das Franz Amberger aus dem Nachlass seines gleichnamigen Großonkels übergab.

Er stammte aus Reismühle in der Pfarrei Runding und wirkte als Priester in Freihung und Riedenburg, wo er auch Ehrenbürger ist. 1970 starb er im Alter von 88 Jahren als Ruhestandspfarrer in Grafentraubach – zwischen Geiselhöring und Mallersdorf-Pfaffenberg gelegen.
Das Holzkreuz aus seinen Besitztümern fand über seine Schwester Justine, die ihm den Haushalt führte, nach Runding zurück. Sie zog nach dem Tod ihres Bruders ins Elternhaus von Franz Amberger, dem heutigen Vorsitzenden der Burgfreunde. Dessen Vater war ein Neffe der langjährigen Pfarrhaushälterin.
Als sie 1987 starb, blieb das Kreuz auf dem Anwesen zurück und lag lange bei der Familie in Verwahrung. Bis Ambergers Frau Anita die Idee hatte, es für die Seniorentagesstätte zu stiften…
„Für den normalen Haushalt ist es einfach zu groß“, erläuterte der Rundinger, nach dessen Worten Bürgermeister Franz Kopp das markante Erinnerungsstück „mit Freude annahm“.