
Der Erprobungszeitraum für das Fahrzeug ist um 24 Monate verlängert worden. Die Kollegen übernehmen weiter Gebietsabsicherungen. „Aber im gleichen Umfang, wie das etwa unsere Rodinger oder Chamer Mitarbeiter tun“, erklärt BRK-Rettungsdienstleiter Dominik Lommer. Bis Ende 2027 soll beobachtet werden, wie sich die Einsatzzahlen in den Landkreisen Schwandorf und Straubing-Bogen entwickeln.
Von Frank Betthausen
Falkenstein. In enger Abstimmung mit dem BRK Cham hat der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Regensburg (ZRF) beim sogenannten Flexi-RTW in Falkenstein nachjustiert.
Mit Ablauf einer ersten zweijährigen Pilotphase – das Fahrzeug war am 1. Januar 2024 in Betrieb genommen worden – wird der Erprobungszeitraum um 24 Monate verlängert.
Mit einer entscheidenden Änderung: Der Rettungswagen, der – daher der Name – bisher flexibel eingesetzt worden und von acht Abrufplätzen im Umland ausgerückt war, ist seit dem Jahreswechsel 2025/2026 fest am Stellplatz in Falkenstein stationiert.
„Wir haben hier die beste Infrastruktur“, erklärte Rettungsdienstleiter Dominik Lommer den betroffenen Bürgermeistern bei einem Info-Termin im Sitzungssaal des Rathauses.
Gutachten aus München
Mit der Neuerung gehören die Zeiten der Vergangenheit an, in denen die BRK-Retter ihren Mercedes viele Male am Tag umsetzen mussten, um die Wach-Standorte Wörth an der Donau (Landkreis Regensburg), Wald, Roding und Stallwang (Landkreis Straubing-Bogen) abzusichern, wenn deren Mitarbeiter durch Einsätze gebunden waren.
Ziel der Flexi-RTW-Konzeption – sie ging auf ein Gutachten des Instituts für Notfallmedizin und Medizinmanagement am Universitätsklinikum München zurück – war es, die Zwölf-Minuten-Hilfsfrist in den genannten Bereichen sicherzustellen und bei 80 Prozent der Alarmierungen einzuhalten.
Das ist alles in allem schon ein hochvariables System, das es in ganz Bayern bisher nur dreimal gibt – und auch nur in Pilotprojekten und nicht dauerhaft.
BRK-Rettungsdienstleiter Dominik Lommer über den Flexi-RTW
„Das ist alles in allem schon ein hochvariables System, das es in ganz Bayern bisher nur dreimal gibt – und auch nur in Pilotprojekten und nicht dauerhaft“, ordnete der stellvertretende BRK-Kreisgeschäftsführer die Hintergründe ein.
Die Sonderrolle des Falkensteiner Rettungswagens zeigte sich an zwei Zahlen nach seiner Darstellung „in extrem auffälliger Weise“. Im gesamten Gebiet des ZRF – es erstreckt sich über die Landkreise Cham, Neumarkt und Regensburg sowie die Stadt Regensburg – verzeichneten die Verantwortlichen in den Jahren 2024 und 2025 jeweils rund 1500 Gebietsabsicherungen. Sprich: Fälle, in denen sich Crews mit ihrem RTW an einem festgelegten Ort bereithielten, weil in der Nähe gelegene Wachen durch Einsätze gerade nicht besetzt waren.
„Knapp 1000 der 1500 Gebietsabsicherungen entfielen in beiden Jahren auf Falkenstein“, betonte Lommer. Und er ergänzte: „Letztlich sind unsere Beschäftigten mit dem dortigen RTW nur herumgefahren. Wir haben uns deswegen mit dem Zweckverband abgestimmt und haben mit dem Ende der Pilotphase am 31. Dezember 2025 gesagt: Wir sehen das in dieser Form nicht mehr als effektiv an.“

Seit dem 1. Januar werde das BRK an dem Standort in dem Markt genauso behandelt wie alle anderen Wachen und Stellplätze. Die Kollegen übernehmen nach den Worten des Rettungsdienstleiters weiter Gebietsabsicherungen. „Aber im gleichen Umfang, wie das etwa unsere Rodinger oder Chamer Mitarbeiter tun.“
Bisher hatte der Flexi-RTW, der neben Regensburg mit Straubing von einer zweiten Leitstelle alarmiert wird, je nach Anforderung in Geraszell/Wiesenfelden (Straubing-Bogen), Aumbach/Rettenbach, Michelsneukirchen, Trasching/Roding, Schillertswiesen/Gfäll, Woppmannsdorf/Dörfling und Frauenzell/Brennberg (Regensburg) gestanden.
Bei den dortigen Partnern, deren Stellflächen und Räume das BRK mitnutzen durfte – größtenteils waren es Feuerwehren –, bedankte sich Dominik Lommer herzlich für das Entgegenkommen und die Kooperation. „Das war unglaublich hilfreich“, sagte er.
Die Probleme im Winter
In der Praxis sei die Umsetzung trotzdem auch an dieser Stelle nicht einfach gewesen – speziell in der kälteren Jahreszeit. „Wir konnten natürlich nicht rund um die Uhr die Heizung aufdrehen, nur weil ein Team für eine Viertelstunde oder 30 Minuten dort stand, ehe die Leitstelle den RTW schon wieder an einen anderen Ort schickte“, umriss der Rettungsdienstleiter eines der Alltagsprobleme.
Die um 24 Monate verlängerte Erprobungsphase soll dem ZRF und dem Institut für Notfallmedizin laut Lommer noch einmal Zeit verschaffen, „um mit der Analyse ins Detail zu gehen“.
Dies hängt in besonderer Weise mit den Vorzeichen zusammen, die sich Ende 2025 durch das Trust IV-Bedarfsgutachten für den Rettungsdienst im Bereich Straubing ergaben.
Dass der Wagen wegkommt, halte ich für völlig ausgeschlossen.
BRK-Rettungsdienstleiter Dominik Lommer
Nach den aktuellen Untersuchungen soll es, wie der BRK-Vertreter den Kommunalpolitikern erläuterte, Vorhalte-Erhöhungen im Landkreis Straubing-Bogen geben.
Dies könnte nach seinem Dafürhalten dafür sorgen, dass der in Stallwang stationierte Rettungswagen des BRK künftig mehr in seinem Kerngebiet eingesetzt werden könnte und nicht mehr so häufig wie bisher in der Gäuboden-Stadt Straubing gebunden wäre.
Dies wiederum hätte Effekte für den Flexi-RTW aus Falkenstein, der die Abwesenheit regelmäßig auffangen musste. „Es wird eine deutliche Entspannung erwartet“, prognostizierte Lommer.
Folgen für Wald und Roding
Ähnliches passiere möglicherweise „auf der anderen Seite“ im Bereich des ZRF Oberpfalz-Nord – im Grenzgebiet zwischen den Landkreisen Cham und Schwandorf.
Ein entsprechendes Gutachten stehe hier zwar noch aus. „Aber würde sich dort etwas tun, hätte das ebenso Auswirkungen – auf Wald und Roding und damit auch auf den RTW in Falkenstein“, erklärte Lommer.
Wie der BRK-Vertreter den Gemeinde-Oberhäuptern erläuterte, wollen die Experten in München und die Verantwortlichen des Zweckverbands in Regensburg in der Zeit bis 31. Dezember 2027 die Entwicklung in den genannten Regionen beobachten und im Anschluss über „den besten Standort“ für das Falkensteiner Fahrzeug entscheiden. „Dass der Wagen wegkommt, halte ich für völlig ausgeschlossen“, betonte Lommer.

Natürlich wisse aktuell niemand, wo der RTW ab 2028 stationiert sein werde. Aber er sei sich sicher, dass es im bisherigen Gebiet sein werde, meinte der Rettungsdienstleiter und begründete dies unter anderem mit den „klar feststellbaren Effekten“ im Versorgungsbereich der Wache Roding.
Dort habe 2025 in 83 Prozent aller Fälle die Zwölf-Minuten-Hilfsfrist eingehalten werden können. Zu Beginn der Testphase habe der Wert noch knapp unter der 80-Prozent-Marke gelegen.
Suche nach Gebäude vor Ort
Ein Punkt, der nach den Schilderungen von Lommer in die Standort-Entscheidung hineinspielen dürfte, ist die Situation im Bereich Wörth. Dieser sei im vergangenen Jahr „immer wieder unterversorgt“ gewesen. Allerdings hatten auch hier in der Vergangenheit häufig Fahrzeuge unterstützend Richtung Straubing abgezogen werden müssen.
Losgelöst von der finalen Entscheidung zum künftigen Stellplatz bekräftigte Lommer die Absicht des BRK, „Fakten zu schaffen“ und in Falkenstein für die nächsten zwei Jahre über ein Mietverhältnis eine moderne, feste Unterkunft für die diensthabenden Kollegen zu etablieren.
„Wir versuchen, vor Ort ein geeignetes Gebäude zu finden“, sagte er.