Lob für Ersthelfer: „Das Danke kann nicht groß genug ausfallen“

Marina Pfeffer
Bei Worten allein beließ es Dieter Schweickert nicht. In Zeiten, in denen „viel zu wenige Menschen einfach einmal Danke sagen“, wollte er ein Zeichen setzen und brachte Norbert Winkler einen gravierten Glas-Aufsteller als Präsent vorbei.

Dieter Schweickert und seine Lebensgefährtin Renate Reuss aus Unterfranken machen seit acht Jahren Urlaub in Lam. Als die damals 69-Jährige im August 2025 massive gesundheitliche Probleme bekam, war Norbert Winkler als HvO-Aktiver zur Stelle. Als Anerkennung für seinen lebensrettenden Einsatz überreichte ihm Schweickert einen gravierten Glas-Aufsteller.

Von Frank Betthausen

Lam. Dieter Schweickert ist sich sicher: Hätte Norbert Winkler als Ersthelfer nicht so umsichtig reagiert, wäre seine Lebensgefährtin Renate Reuss nicht mehr am Leben. 

„Das Danke für einen solchen Menschen kann gar nicht groß genug ausfallen“, meint der Unterfranke. Nach den Schreckmomenten, die er 2025 im Sommerurlaub beim Ödbauern in Vorderöd erlebte, war es dem 59-Jährigen ein Herzensanliegen, den langjährigen Aktiven der Helfer vor Ort (HvO) in Lam mit einer gravierten Glasskulptur zu „ehren“.

In wenigen Wochen jähren sich die Geschehnisse, von denen die BRK-Pressestelle erst dieser Tage zufällig am Rande eines Interview-Termins erfuhr, zum ersten Mal. 

Sie war kaum mehr ansprechbar

Es ist der 13. August 2025. Dieter Schweickert, der aus Hambach in der Gemeinde Dittelbrunn (Landkreis Schweinfurt) stammt, verbringt mit seiner Renate wieder einmal erholsame Tage in Lam. 

„Wir machen seit acht Jahren Urlaub hier – wegen der Menschen und der schönen Landschaft. Seit drei Jahren ist der Ödbauer unser Domizil“, erzählt der Außendienst-Mitarbeiter, der für die Firma Viktor Nußbaumer Lebensmittel und Kaffeemaschinen vertreibt.

Seine Partnerin, die an der Lungenkrankheit COPD leidet, ist an diesem Mittwoch allerdings nicht so recht in Urlaubsstimmung. Sie fühlt sich nicht allzu gut. Als sie in der Ferienwohnung stürzt und kaum mehr ansprechbar ist, wählt Schweickert voller Sorge den Notruf.

Nach zehn Minuten vor Ort

Da der Rettungswagen aus Arrach in einem anderen Einsatz gebunden ist und das gerade verfügbare Fahrzeug aus Cham noch eine gewisse Zeit für die Anfahrt braucht – die Luftrettung ist ebenfalls informiert –, reagiert der Urlauber umso erleichterter, als Norbert Winkler im HvO-Dienst nach etwa zehn Minuten in Vorderöd eintrifft.

„Er hat sich sofort um Renate gekümmert und hat nach einer Messung der Sauerstoffsättigung festgestellt, dass sie dringend Sauerstoff benötigt. Daran hatte ich im ersten Moment nicht gedacht. Ich habe geglaubt, es wäre ein Herzinfarkt“, berichtet der 59-Jährige.

 Er ist ein Mensch, der ein Ehrenamt mit Begeisterung ausfüllt! 

Dieter Schweickert über Norbert Winkler

Dieter Schweickert, privat
Renate Reuss, die zwischenzeitlich ihren 70. Geburtstag feierte, geht es nach den Worten von Dieter Schweickert wieder sehr gut.

Er ist selbst ausgebildeter Ersthelfer in seinem Betrieb und hat in den vergangenen Jahren nie gezögert, wenn es galt, Menschen in Not – etwa schwerverletzten Motorradfahrern – beizustehen. An diesem 13. August ist er unfassbar froh um die professionelle Unterstützung, die er erhält.

Winkler, der sich in die „Notfallakte“ einliest, die Renate Reuss bei sich hat, versorgt die Patientin adäquat und schafft es durch seine besonnene Art, auch Dieter Schweickert zu beruhigen. 

Ein Lob auch für die Gastgeberin

Als der Rettungswagen und der Hubschrauber Christoph 15 aus Straubing eintreffen – er wird am Ende nicht benötigt –, befindet sich die damals 69-Jährige in einem stabilen Zustand. Nach der weiteren Versorgung bringt die RTW-Crew sie ins Krankenhaus nach Cham.

Noch vor Ort bedankt sich der Urlauber überschwänglich bei Norbert Winkler. „Wäre er nicht da gewesen, wäre meine Lebensgefährtin wahrscheinlich gestorben“, sagt er und bezieht in sein Lob Gastgeberin Silvia Frisch mit ein. Sie habe sich direkt nach dem Vorfall ebenfalls sehr um ihn gekümmert.

Bei Worten allein belässt es Schweickert, der sich im sozialen Bereich engagiert, seitdem er 15 ist, jedoch nicht. In Zeiten, in denen „viel zu wenige Menschen einfach einmal Danke sagen“, möchte er ein Zeichen setzen. 

„Ein Ansporn für die Jungen?“

Bei JOSKA in Bodenmais lässt er einen Glas-Aufsteller gravieren, mit dem er seine Anerkennung für Winkler, die Helfer vor Ort und alle Beteiligten, die diese Initiative mittragen – darunter die Firma Zollner als Winklers Arbeitgeber –, zum Ausdruck bringt.

Wenige Tage nach dem Einsatz überreicht er das Präsent – auch im Namen von Renate Reuss – an den Lamer Bereitschaftsleiter. „An einen Menschen, der ein Ehrenamt mit Begeisterung ausfüllt!“, wie er betont. Vielleicht bestärke die Geste andere Freiwillige in ihrem Tun und sei „ein Ansporn für die Jungen“.

Renate Reuss, die zwischenzeitlich ihren 70. Geburtstag feierte, geht es nach seinen Worten wieder sehr gut. Trotz des Vorfalls vor zehn Monaten fährt sie mit Dieter Schweickert natürlich auch in diesem Jahr mit großer Vorfreude nach Lam in den Urlaub…