Realschüler sammeln bei Sponsorenlauf 7500 Euro

Frank Betthausen
6500 der „erlaufenen“ rund 7500 Euro spendeten die Schüler an fünf Organisationen aus der Region. Die restliche Summe findet für schulische Zwecke Verwendung.

Das Geld kam kurz vor den Sommerferien bei einer traditionsreichen Benefiz-Veranstaltung in Bad Kötzting zusammen. Über die Spendensumme freuten sich Vertreter von fünf Organisationen – unter ihnen BRK-Katastrophenschutzleiter Tobias Muhr und Walter Gützlaff, der Vorsitzende der örtlichen Wasserwacht.

Von Frank Betthausen

Bad Kötzting. Mit ihrem „Sponsorenlauf“ zeigen die Verantwortlichen der Realschule in Bad Kötzting seit mehr als 30 Jahren ein Herz für andere. Immer am Montag vor den Sommerferien macht sich die Schulfamilie auf, den rund 15 Kilometer langen Fischerlweg, eine Rundstrecke, die über den Kurpark, den Blaibacher See und den Ludwigsberg führt, abzugehen. 

Die Schüler der Jahrgangsstufen fünf bis neun „erarbeiten“ sich auf diese Weise ein Kilometergeld für den guten Zweck, das ihnen regionale Sponsoren zur Verfügung stellen.

Ende Juli kamen in diesem Jahr so rund 7500 Euro zusammen, die vier Schüler am Freitag – stellvertretend für ihre Klassenkameraden – gemeinsam mit Schulleiterin Sabine Schmid und Melanie Zitzelsberger, der betreuenden Lehrerin, an fünf Empfänger übergaben. 

Über eine Zuwendung in Höhe von jeweils 1300 Euro freuten sich Vertreter der Rettungshundestaffel Bayerwald, der Freiwilligen Feuerwehr Bad Kötzting, der Offenen Behindertenarbeit im Landkreis Cham, der Wasserwacht-Ortsgruppe Bad Kötzting und der BRK-Initiative Herzenswunsch-Hospizmobil.

 Im Ehrenamt sind Schüler auf der richtigen Schiene und geraten nicht auf die schiefe Bahn, weil sie eine gute Aufgabe haben, bei der Alt und Jung auf Augenhöhe zusammenarbeiten. 

Michael Weiß, Kommandant der FFW Bad Kötzting

„Die Spendenbereitschaft ist ungebrochen. Wir könnten nichts von Einbrüchen berichten, von denen oft zu hören ist“, betonte Zitzelsberger bei dem Termin an der Realschule der Pfingstrittstadt. Und sie ergänzte: „7500 Euro! Das ist ein tolles Ergebnis und eine fantastische Gemeinschaftsleistung.“

Wie Sabine Schmid freute sie sich darüber, auch heuer regionale Kooperationspartner, die mit ihren Angeboten regelmäßig an der Bildungsstätte zu Gast sind, mit den Summen bedenken zu können. 

„Für die Schüler ist immer wichtig, dass das Geld bei den entsprechenden Einrichtungen gezielt wieder für Kinder und Jugendliche eingesetzt wird“, erläuterte die Schulleiterin. 

Appell der Schulleiterin

Den Umstand, dass alle Empfänger im sozialen beziehungsweise ehrenamtlichen Bereich beheimatet sind und sich um Menschen kümmern, die sich teils in extremen Notlagen befinden, nutzte Schmid für einen Appell an die Schüler. „Wir sind immer schnell am Jammern. So eine Runde zeigt, dass es uns wirklich gutgeht und dass der Fokus wieder mehr darauf liegen sollte – und dass das Wichtigste die Gesundheit ist und nicht das neueste Handy“, sagte sie.

Die Vertreter der Organisationen nahmen die Gelegenheit wahr, ihre Arbeit vorzustellen und aufzuzeigen, was mit den Spenden geschieht. So wies Tamara Kager als Leiterin der Offenen Behindertenarbeit im Landkreis Cham darauf hin, dass deren Unterstützungsangebote für alle Menschen gedacht seien, die entsprechende Einschränkungen hätten und zu Hause lebten – unabhängig vom Alter oder der Art der Behinderung.

„Unsere Aufgabe ist es in erster Linie, Familien zu unterstützen und zu entlasten und die Menschen mit Behinderung in den Fokus der Gesellschaft zu rücken“, erklärte Kager. 

Um das zu erreichen, finden auch an der Realschule in Bad Kötzting immer wieder gemeinsame Selbsterfahrungsaktionen statt. Gehörlose, Blinde oder Körperbehinderte berichten dabei als „Experten in eigener Sache“, wie es Kager formulierte, von ihrem Alltagsleben.

Frank Betthausen
Mit Walter Gützlaff (links) und Tobias Muhr freuten sich auch zwei Vertreter des Bayerischen Roten Kreuzes über jeweils 1300 Euro.

Walter Gützlaff, der Vorsitzende der Wasserwacht Bad Kötzting, ist mit seinen Aktiven ebenfalls kein Unbekannter in der Bürgermeister-Dullinger-Straße. Wie die Feuerwehr und das Jugendrotkreuz bringen sich „seine“ Wasserretter ins Programm des Ehrenamtstags mit ein, der 2027 abermals über die Bühne gehen wird – dann zum fünften Mal.

Wie Gützlaff erklärte, fließen die 1300 Euro der Realschüler direkt in die Jugendarbeit – und damit in Schwimmkurse genauso wie in die Schwimmtrainings, die für Kinder ab sechs Jahren angeboten werden.

„Das hat sich gut etabliert“

Michael Weiß, der Kommandant der FFW Bad Kötzting, lobte den Ehrenamtstag in den höchsten Tönen. „Das hat sich gut etabliert und gefällt sowohl den Schülern als auch uns“, sagte er und sah darin eine gute Möglichkeit, die Aufgaben der Floriansjünger zu präsentieren. Denn: „Feuerwehr ist nicht nur das Löschen von Bränden, sondern viel mehr“, sagte er.

Generell, betonte Weiß, sei ein ehrenamtliches Engagement immer eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung für Jugendliche – egal, in welcher Hilfsorganisation oder welchem Verein. „Weg vom Tablet – hin zum Selbstanpacken! Im Ehrenamt sind Schüler auf der richtigen Schiene und geraten nicht auf die schiefe Bahn, weil sie eine gute Aufgabe haben, bei der Alt und Jung auf Augenhöhe zusammenarbeiten“, sagte er.

Simone Enderlein, 2. Vorsitzende der Rettungshundestaffel Bayerwald – deren Dachorganisation ist der Deutsche Rettungshundeverein –, war mit Ausbilderin Christine Steger der Einladung zu der Scheckübergabe gefolgt. 

 Wir erfüllen Wünsche – nicht nur todkranken Menschen, sondern allen, die schwerer erkrankt sind oder gerade mit besonderen Lebensumständen kämpfen. 

BRK-Katastrophenschutzleiter Tobias Muhr

„Das ist ein Ehrenamt. Wir sind auf Spenden und die Bereitschaft der Aktiven zu 100 Prozent angewiesen“, verdeutlichte sie und umriss das Tätigkeitsfeld der Mitglieder, das die Flächensuche, die Trümmersuche und die Wasserortung umfasst. In der Oberpfalz und in Niederbayern, wo laut Enderlein ein Schwerpunkt der Staffel liegt, werden die Hundeführer pro Jahr zu bis zu 50 Einsätzen alarmiert.

Tobias Muhr, stellvertretender Rettungsdienstleiter und darüber hinaus zuständig für den Bereich Katastrophenschutz beim Roten Kreuz in Cham, stellte den Schülern das Herzenswunsch-Hospizmobil vor, für das die Zuwendung in Höhe von 1300 Euro eingesetzt werden wird.

Der nur für diesen Zweck angeschaffte Krankentransportwagen trage sich über Spenden und das Engagement ehrenamtlicher Kräfte. „Wir erfüllen damit Wünsche – nicht nur todkranken Menschen, sondern allen, die schwerer erkrankt sind oder gerade mit besonderen Lebensumständen kämpfen“, zeigte er auf.

Etwa zehn Fahrten pro Jahr 

Das BRK versuche mit dem Angebot, Freude ins Leben der Betroffenen zu bringen. „Das kann mit einer Urlaubsreise sein, mit einem Besuch im Fußballstadion oder einem Tag am See. Wir sind sehr flexibel und gehen an die Grenzen des Machbaren“, sagte er.

Pro Jahr fänden acht bis zehn Fahrten statt – bei deutlich mehr Anfragen. „Oft scheitern die Unternehmungen leider kurzfristig, weil sie zu belastend für die Patienten wären“, sagte Muhr. 

Interessenten – auch Personen aus dem Umfeld Betroffener – könnten sich jederzeit beim BRK-Kreisverband melden. „Die Fahrten sind immer mit viel Lachen, viel Freude, vielen Tränen und vielen Emotionen verbunden“, berichtete der Katastrophenschutzleiter.