Verunglücktes Brautpaar bedankt sich bei BRK-Rettern

Foto: Frank Betthausen
Annalena und Sebastian Dobmeier wollten ihren Rettern und Helfern unbedingt persönlich danken und kamen mit süßen Aufmerksamkeiten im Rettungszentrum in Cham vorbei. „Das war uns ganz wichtig, dass die Arbeit, die ihr leistet, auch gesehen wird“, sagten die beiden an die Adresse von Sonja Muhr (3. von rechts), Stefanie Hunger (2. von rechts), Tobias Böhm (rechts) und Stefan Kress (links). Terminlich verhindert waren an dem Tag Notarzt Dr. Thomas Etti und Notfallsanitäter Matthias Amann.

Annalena und Sebastian Dobmeier, die Ende Oktober am Tag ihrer standesamtlichen Trauung in Kothmaißling einen schweren Auto-Unfall hatten und damit bundesweit in die Schlagzeilen kamen, war der Besuch an der Rettungswache in Cham ein Herzensanliegen. Beim Treffen mit den Rot-Kreuz-Helfern von damals ließen die beiden Pinzinger die Geschehnisse vom 25. Oktober in vielen Details noch einmal aufleben.

Von Frank Betthausen

Cham. Sich in guten wie in schlechten Zeiten bedingungslos zu lieben und füreinander da zu sein, ist das, was sich Paare bei ihrer Trauung versprechen. Im Fall von Annalena und Sebastian Dobmeier hielt das Schicksal noch am Hochzeitstag eine harte Probe bereit – bundesweite Schlagzeilen inklusive…

Kurz nachdem sich die beiden am 25. Oktober 2025 in Gleißenberg das Ja-Wort gegeben hatten, verunglückten sie auf der Fahrt zu den Feierlichkeiten mit ihrem Nissan-Sportwagen bei Kothmaißling – im Anzug und im glitzernden Tüllkleid. Ihre Hochzeitsnacht verbrachten sie in zwei aneinandergeschobenen Betten im Klinikum in Deggendorf.

„Bei uns sind die schlechten Zeiten jetzt hoffentlich aufgebraucht, jetzt können nur noch gute Zeiten kommen“, sagt Sebastian gut zwei Monate später, als er mit seiner Frau im Rettungszentrum in Cham vorbeikommt, um sich bei den BRK-Kräften, die an dem Samstag im Herbst an ihrer Seite gewesen waren, zu bedanken. Mit einer Karte, kleinen Aufmerksamkeiten und Worten, die von Herzen kommen…

„Es hat alles super funktioniert“

Einsatzleiterin Sonja Muhr, die nach den Ereignissen einen großen Teil der wartenden Hochzeitsgesellschaft informiert hatte, nimmt einen Strauß Blumen entgegen. 

Die Notfallsanitäter Stefanie Hunger und Tobias Böhm, die mit dem Rettungswagen aus Weiding am Unfallort eingetroffen waren, sowie Rettungssanitäter Stefan Kress – er war mit Notfallsanitäter Matthias Amann von Bad Kötzting aus angerückt – freuen sich über süße Nervennahrung. 

„Das war uns ganz wichtig, dass die Arbeit, die ihr leistet, gesehen wird“, sagt Annalena. „Uns war von Anfang an klar, dass wir unbedingt Danke sagen möchten.“ An dem Tag habe einfach alles super funktioniert. „Ob das ihr wart oder die Feuerwehr: Das war ein Team.“ 

Ihr Mann, mit dem sie vor den Weihnachtsfeiertagen auch bei den beteiligten Floriansjüngern vorbeigeschaut hatte – im Einsatz waren damals die Wehren aus Kothmaißling, Windischbergerdorf, Cham, Weiding und Dalking –, ergänzt: „Es war uns ein großes Anliegen, das wertzuschätzen. Gerade die ehrenamtliche Arbeit… Das ist nicht selbstverständlich!“

 Das war mein Herzstück. Das Auto kam damals total verwahrlost bei mir an und ich habe ihm neues Leben eingehaucht. 

Sebastian Dobmeier

So, wie es erfahrene Retter umgekehrt nicht oft erleben, dass sie nach getaner Arbeit in dieser Weise Anerkennung erfahren. „Das ist nicht alltäglich, dass Leute nochmal kommen und sich bedanken – und dass man erfährt, wie so ein Fall ausgeht“, sagt Tobias Böhm.

Für die ungewöhnliche Geschichte der Frischvermählten ist beim Kaffee im Besprechungsraum der Chamer Wache tatsächlich ausführlich Zeit… Annalena und Sebastian lassen den 25. Oktober im Gespräch mit den BRK-Kollegen – nur Matthias Amann ist terminlich verhindert – noch einmal in vielen Details aufleben.

Das Wetter ist regnerisch, als das Paar nach der standesamtlichen Zeremonie am frühen Nachmittag mit seinen Gästen aus der Heimat- und Kulturscheune in Gleißenberg kommt. Schon am Tag vorher war das Wetter nicht gerade das Schönste gewesen.

Bei Regen ist er nie gefahren

Weil er mit seinem Nissan – Sebastian hat den Zweisitzer mit dem V6-Motor 2020 aus Japan importiert und vier Jahre lang mit Leidenschaft und viel Liebe zum Detail ein Schmuckstück daraus gemacht – sonst nie bei Regen fährt, überlegen die beiden 29-Jährigen, ob sie auf ein anderes Fahrzeug umsteigen.

Aber: Annalena möchte am Ende doch den Wagen nehmen, der ihrem Partner so viel bedeutet, weil er ihn in die Beziehung mitgebracht hat. „Das war mein Herzstück. Das Auto – ein Rechtslenker – kam damals total verwahrlost bei mir an und ich habe ihm neues Leben eingehaucht“, erzählt der Bundeswehrsoldat, der am Standort Roding als Instandsetzer Lastwagen und Pkw auf Vordermann bringt.

Sie ändern spontan die Route

So setzen sich Braut und Bräutigam also am 25. Oktober in den Nissan und brechen auf… Ein Teil der Hochzeitsgesellschaft begleitet sie – der Rest fährt voraus in den Gasthof Wagner in Kothmaißling.

Die Gäste, die ihnen im Korso folgen, wundern sich bald darauf, dass die Eheleute ungeplant eine andere Route wählen. „Wir wollten so eigentlich gar nicht fahren“, erzählt Annalena, die als Arzthelferin in der Praxis von Dr. Gertrude Obermeier in Arnschwang arbeitet und mit ihrem Mann in Pinzing lebt. In dem Weidinger Ortsteil ist sie aufgewachsen.

Freiwillige Feuerwehr der Stadt Cham
Stefan Kress (ganz links) und Matthias Amann (neben ihm) waren zwei der BRK-Kollegen, die dem verunglückten Brautpaar zu Hilfe eilten.

„Freunde und Familie hatten uns das Haus und den Zaun dekoriert, weil wir immer gesagt haben, wir fahren über unseren Wohnort“, berichtet die junge Frau. „Aber in Dalking bei der Feuerwehr haben wir uns anders entschieden und ganz spontan gesagt, wir nehmen den Weg über Weiding.“ 

Das habe alles so kommen müssen, meint Sebastian. „Wer weiß, was noch passiert wäre, wenn wir anders gefahren wären. Das war schicksalsgelenkt.“

Die letzten Augenblicke vor dem Unglück haben sich tief eingebrannt. Um 14.28 Uhr schauen die beiden auf die Uhr. „Das wird eine Punktlandung, wir brauchen uns nicht zu beeilen“, sagt Annalena, als ihr Mann auf der Kreisstraße zwischen Weiding und Kothmaißling im Auslauf der Pfauensteinkurve – die 60er-Zone ist aufgehoben – leicht Gas gibt.

Plötzlich wird es dunkel

„Da fing Annalena schon an zu schreien, weil der Wagen quer auf der Straße stand“, erinnert sich Sebastian. „Ab da wird es bei mir dunkel. Ich bin erst wieder aufgewacht, nachdem ich aufs Lenkrad geprallt war. Sie hat versucht, mit mir zu reden, aber ich habe keinen Ton rausgebracht.“

Die Unfallursache gilt bis heute als ungeklärt. Gut möglich, dass es am nassen, extrem schmierigen Laub auf der Straße lag… „Wir waren definitiv nicht zu schnell und sind normal gefahren“, sagt Sebastian. 

An der Unglücksstelle schleudert der Sportwagen mit der linken Seite, auf der Annalena sitzt, in den Graben. Das Auto kracht gegen einen Betondurchlass, überschlägt sich einmal und bleibt zerdrückt auf dem Dach auf der Straße liegen. Das Hochzeitspaar ist eingeklemmt.

Lauter Leute im feinsten Zwirn…

„Wir lagen im Auto, da gingen gefühlt auch schon die Sirenen und das erste Feuerwehrauto und der Krankenwagen standen da“, erzählt Sebastian, der es spannend findet, bei der Begegnung in Cham die Retter-Perspektive kennenzulernen. 

„Uns war das erst einmal suspekt. Wir sind da um die Kurve gekommen und dann standen da lauter Leute im feinsten Zwirn. Ganz aus war es, als wir in das Auto geschaut und gesehen haben, dass da zwei im Hochzeitsoutfit liegen“, schildert Tobias Böhm seine Eindrücke. 

Seine Kollegin Stefanie Hunger ergänzt: „Für uns war das wirklich keine alltägliche Situation – an einen Einsatzort zu kommen und festzustellen, dass ein Brautpaar verunglückt ist.“

 Ich habe bei der Anfahrt schon gewusst, was Sache ist und habe zugesehen, dass wir die Leute gleich abfangen. Wir wussten ja zunächst nicht, wie es den Verunglückten geht und wollten, dass die Einsatzkräfte gut und ohne Ablenkung arbeiten können. 

Einsatzleiterin Sonja Muhr

Kurz nachdem sie sich ewige Treue geschworen haben, werden die Dobmeiers an diesem Samstag wieder getrennt – und beide erleben ein Gefühlschaos, wie es nach solchen Schockmomenten normal ist. 

Im Auto ist Annalena noch relativ ruhig, doch als die Retter Sebastian befreit und aus dem Fahrzeug herausgeholt haben, gehen die Emotionen mit ihr durch. Vor allem Notarzt Dr. Thomas Etti muss sich einiges anhören.

Selbstvorwürfe am Unglücksort

„Ich wollte das alles nicht und wollte einfach nur zu meinem Mann. Ich habe in der Situation nicht verstanden, dass ich ins Krankenhaus muss, weil mir doch überhaupt nichts gefehlt hat. Ich war grantig auf uns selber und habe gar nicht verstanden, was die alle von uns wollen“, erzählt sie.

Sebastian wiederum macht sich – obwohl er erhebliche Verletzungen davongetragen hat – in seiner Sorge um Annalena noch an der Unglücksstelle schwere Vorwürfe. 

Er ist sich zwar keiner Schuld bewusst, hat aber die Befürchtung, dass die Familie seiner Frau ihn verantwortlich machen könnte für das, was vor wenigen Augenblicken passiert ist. 

Sie können wieder lachen

Aber: Keiner tut das! „Ich bin immer noch unglaublich dankbar dafür, wie alle darauf reagiert haben“, sagt der 29-Jährige, der aus den Masuren in Polen stammt und bis zu seinem 18. Lebensjahr in Halle an der Saale aufgewachsen ist. 

Danach trat er in die Bundeswehr ein, machte dort seine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker und kam über Stationen in Ulm, Dresden und Schwerin nach Roding. Annalena und er hatten sich vor drei Jahren im Internet kennengelernt.

Wie ihre Helfer können die beiden mit rund zwei Monaten Abstand über manches Detail inzwischen lachen. Etwa über die Sache mit dem Brautkleid! „Im Auto war alles voller Tüll, man hat nichts gesehen im ersten Moment. Bis auf Dr. Etti, der da rausgeschaut hat!“, schildert Sonja Muhr ihre Eindrücke vom Unglücksort. 

Frank Betthausen
Über ein Extralob und einen Blumenstrauß freute sich Einsatzleiterin Sonja Muhr. „Es waren alle so begeistert, wie sie sich um unsere Gäste gekümmert hat“, meinte Annalena Dobmeier.

Stefan Kress muss vor allem an den glänzenden Schimmer auf dem feinen Stoff denken. „Da war alles voller Glitzer. Wir haben geglitzert, der ganze Rettungswagen hat geglitzert“, sagt er mit einem Grinsen. Annalena entdeckte die Rückstände am nächsten Tag im Krankenhaus in Deggendorf sogar noch im Bart ihres Mannes…

Während Sebastian im Rettungshubschrauber Christoph 15 dorthin geflogen wird, bringen die BRK-Kollegen Annalena zur Behandlung nach Cham. In den Sana Kliniken lässt sie sich – die 29-Jährige ist unverletzt geblieben – durchchecken, ehe ihre Tante, die ebenfalls Arzthelferin ist, sie abholt und am früheren Abend ins Wirtshaus fährt.

Ein emotionales Auf und Ab

Sie möchte sich dort zeigen und persönlich mit den Gästen sprechen, bevor ihre Mutter, die zuvor schon nach Niederbayern zu ihrem Schwiegersohn geeilt war, sie abholt, um sie gegen 21 Uhr zu ihrem Mann zu bringen.

Die Hochzeitsgesellschaft erlebt am 25. Oktober ebenfalls ein emotionales Auf und Ab. Als in Kothmaißling die Sirene aufheult und das Brautpaar nicht kommt, bricht eine Reihe an Gästen – zusätzlich zu denen, die das Geschehen im Autokorso mitverfolgt haben –, intuitiv auf, um nach dem Rechten zu sehen. 

„Ich habe bei der Anfahrt schon gewusst, was Sache ist und habe zugesehen, dass wir die Leute gleich abfangen. Wir wussten ja zunächst nicht, wie es den Verunglückten geht und wollten, dass die Einsatzkräfte gut und ohne Ablenkung arbeiten können“, erzählt Sonja Muhr, die nicht nur auf langjährige Rettungsdienst-, sondern auch auf breite Einsatzleitererfahrung als Kriseninterventionshelferin zurückgreifen kann.

Ihre erste Hochzeitsrede

Als sich abzeichnet, dass der Unfall relativ glimpflich ausgegangen ist, sorgt sie dafür, dass sich die knapp 120-köpfige Gästeschar im Hochzeitslokal einfindet. Sie schickt Annalenas Chefin Dr. Gertrude Obermeier voraus und kündigt an, dass sie zeitnah nachkommen wird, um Familie und Freunde genauer zu informieren. 

Einige Zeit später steht sie im Saal des Gasthauses Wagner. Irgendjemand drückt ihr ein Mikrofon in die Hand… „Das war das erste Mal, dass ich bei einer Hochzeit eine Ansprache gehalten habe“, sagt Muhr und lacht. 

Als sie schildert, was passiert ist, und dass Annalena und Sebastian riesiges Glück hatten, schnaufen alle durch. „Die Gäste waren natürlich geschockt, haben sich aber bald gefangen und, so gut es unter diesen Umständen ging, weitergefeiert“, erläutert Muhr.

 Ich bin Katholik und glaube auch – mittlerweile sogar noch mehr, weil an diesem Tag ganz besondere Dinge passiert sind. 

Sebastian Dobmeier

Dass die große Hochzeitsrunde im Wirtshaus bis zum Schluss beisammenblieb, überraschte die beiden Hauptbetroffenen extrem. Jeder habe sich um jeden gekümmert. 

Und: Keiner sei gegangen, bis sie schließlich auch gekommen sei und ebenfalls noch einmal erläutert habe, was vorgefallen sei und wie es ihr und ihrem Mann gehe, erzählt Annalena. „Wir sind unglaublich stolz und dankbar, eine so großartige Familie und solch wundervolle Freunde zu haben.“

Ohne OP ging es nicht

Während sie die Schreckmomente bis auf extreme Gliederschmerzen, die sich am nächsten Tag bemerkbar machen, so gut wie unbeschadet übersteht, muss der Bräutigam bis Freitag im Krankenhaus bleiben. „Die haben mich aber total gut versorgt und waren alle superfreundlich“, sagt Sebastian, der eine Arterien-Verletzung davonträgt. 

Bei einem MRT-Termin stellt sich außerdem heraus, dass sich ein Halswirbel verschoben hat und er operiert werden muss. „Danach – ab dem Montag – ging es bergauf“, sagt er. Zur Genesung trägt der Umstand bei, dass Annalena kulanterweise zwei Nächte bei ihm in der Klinik bleiben darf. Im Anschluss fährt ihre Mutter sie täglich nach Deggendorf.

Die Sache mit dem Brautstrauß

„Ich bin Katholik und glaube auch – mittlerweile sogar noch mehr, weil an diesem Tag ganz besondere Dinge passiert sind“, betont Sebastian in der Rückschau. So habe beispielsweise der Brautstrauß keinen Schaden genommen. „Da hingen unsere Schutzengel dran.“ Allem Anschein nach hatte es das Bouquet aus dem Fenster geschleudert…

Der Freund von Annalenas Cousine findet die Blumen ein ganzes Stück vom Unfallauto entfernt im Straßengraben und nimmt sie an sich. Am 14. März, es ist der Tag, an dem die Dobmeiers ihre Feier nachholen wollen – natürlich im Gasthaus Wagner –, wird das getrocknete Gebinde einen Sonderplatz auf der Brauttafel bekommen. 

„Der Strauß wird in Ehren gehalten und darf auch nicht gestohlen werden. Da gibt es einen Extrabrautstrauß“, kündigt Annalena an.

Freiwillige Feuerwehr der Stadt Cham
Bei diesem Anblick wenig verwunderlich: Der Nissan-Sportwagen von Sebastian hatte nach dem Unfall nur mehr Schrottwert. Für den Motor und das Getriebe fand der 29-Jährige noch einen Abnehmer in Mannheim. Durch den bundesweiten Medienrummel hatte auch der dortige Käufer längst im Internet von den Geschehnissen in Cham gelesen.

Ihr Hochzeitskleid dagegen ist irreparabel in Mitleidenschaft gezogen worden. Eigentlich! Aufgeben möchte die 29-Jährige den Glitzertraum vorerst nicht. Im Januar hat sie einen Termin bei ihrer Schneiderin, „die schauen will, was man daraus vielleicht zaubern kann“. 

Die festliche Bekleidung ihres Partners ist durch die Arbeit der Rettungskräfte komplett hinüber. „Die haben wir sauber zerlegen müssen“, sagt Notfallsanitäter Tobias Böhm. Doch auch hier war das Glück an der Seite der Pinzinger. 

Pech und Glück eng beisammen

Annalena und Sebastian, der in den nächsten Wochen wegen seiner Wirbelsäulen-Verletzung noch eine Reha zu absolvieren hat, haben das letzte Stück seines Anzugs in exakt seiner Größe noch einmal bekommen. Damit sehen die beiden dem 14. März mit Riesenvorfreude entgegen. „So, wie es im Oktober sein sollte, so wird es wieder“, sagt der 29-Jährige.

Und was ist mit der Hochzeitsreise? Die hatte das Paar – wieder einer dieser glücklichen Umstände! – im vergangenen Sommer mit einem Ägypten-Urlaub vorgezogen. Ob es den nach dem Unfall abgesagten Kurztrip nach Südtirol erneut ins Auge fasst, bleibt für den Moment offen…

Damit wäre nur noch die Angelegenheit mit dem Hochzeitsauto zu klären.

Besondere Angebote

Einen Nissan wird sich Sebastian, der die Schrottreste seines Wagens an einen Interessenten aus Mannheim verkauft hatte, nicht mehr zulegen. Seine Leidenschaft für Autos hin oder her! Und derart kurzfristig wäre ein solches Fahrzeug mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch gar nicht zu bekommen…

Also? „Wir haben viele Angebote von der Feuerwehr bekommen, uns diesmal zu fahren“, erzählt er mit einem Schmunzeln. Von der Familie traue sich keiner mehr, das zu übernehmen. Eine weitere Alternative bringt Sonja Muhr mit dem BRK ins Spiel. „Bei uns könnt ihr sogar liegend fahren“, sagt sie und sorgt für herzhaftes Gelächter am Kaffeetisch.

Egal, auf wen es als „Chauffeur“ hinausläuft: Die schlechten Tage liegen hoffentlich hinter Annalena und Sebastian! Ihre Reise kann nur mehr mitten hinein führen in die guten Zeiten…

Frank Betthausen
Welchen Stellenwert der Besuch an der Rettungswache in Cham für Annalena und Sebastian Dobmeier hatte, machte ihre Dankeskarte an die BRK-Einsatzkräfte deutlich. „Ihre Arbeit verlangt Stärke, Herz und so viel Hingabe. In diesem Moment durften wir erlebten, wie viel ihr Beruf wirklich bedeutet – wie wertvoll er für Menschen in Not ist“, heißt es darin unter anderem.