
Bei einer Feierstunde der Kreis-Wasserwacht im Kolpinghaus in Cham nehmen acht Aktive nach ihrem Ausbildungsabschluss ihre Fachdienst-Abzeichen entgegen. „Bleibt am Ball! An dieser Stelle aufzuhören oder die Fähigkeiten fallen zu lassen, wäre traurig und bedauerlich“, appellierte Technischer Leiter Fabian Seebauer an die Absolventen.
Von Frank Betthausen
Cham. Wichtige Verstärkung für zwei Schnelleinsatzgruppen im Landkreis: Sechs Mitglieder aus Cham und eine Aktive aus Waldmünchen haben mit Bravour ihre Ausbildung zum Wasserretter im Wasserrettungsdienst bei der Kreis-Wasserwacht Cham gemeistert.
Bei einer Feierstunde im Kolpinghaus erhielten sie neben ihrem Patch, dem offiziellen Fachdienst-Abzeichen, eine Trinkflasche als Präsent. Außerdem bekommen sie ihre Einsatzkleidung – bestehend aus Hose, Jacke und Stiefeln – gestellt, wie Technischer Leiter Fabian Seebauer erläuterte.
Zu der Übergabe wären auch vier Angehörige der Kreis-Wasserwacht Regen eingeladen gewesen, die den Kurs in Cham besucht hatten. Sie waren an dem Ehrenabend, an dem Seebauer außerdem zwei neue Bootsführer beglückwünschte, allerdings verhindert.
Für ihre Wasserretter-Prüfung hatte die gemischte Gruppe aus der Oberpfalz und Niederbayern einiges an Zeit investiert. Die drei Module der Ausbildung umfassten zwei Praxis-Wochenenden in Präsenz und den Online-Theorie-Unterricht unter der Woche.
Wir sind froh, dass es immer noch junge Menschen gibt, die in so etwas eine Aufgabe und ein Beschäftigungsfeld sehen.
Rettungsdienstleiter Dominik Lommer
Mit Blick darauf sprach stellvertretender BRK-Kreisvorsitzender Dr. Hans Schneider den Ehrenamtlichen seine Anerkennung aus. „Sie haben alle einen Beruf oder gehen in die Schule. Da ist das Ausbildungs- und Fortbildungsprogramm ganz schön happig“, meinte er. Gott sei Dank sei die Ausbildung sehr praxisbezogen. „Denn was man aus der Praxis lernt, behält man doppelt so leicht im Kopf“, sagte Schneider.
Mit der Kursteilnahme hätten sich die Aktiven selbst etwas Gutes getan und wichtige Kompetenzen gewonnen. „Ihre Karriere bei der Wasserwacht oder beim Roten Kreuz muss damit nicht beendet sein. Es geht weiter. Besuchen Sie die Fortbildungsabende der entsprechenden Gruppierungen“, ermutigte der stellvertretende Kreisvorsitzende die Absolventen.
Fabian Seebauer, der „einen Riesendank“ an die Ausbilder richtete, stieß ins gleiche Horn. „Bleibt am Ball! Es wäre superschade, jemanden nach der Wasserretter-Ausbildung zu verlieren. Ihr habt sehr viel Zeit investiert. An dieser Stelle aufzuhören oder die Fähigkeiten fallen zu lassen, wäre traurig und bedauerlich“, appellierte der Technische Leiter an die Anwesenden.
Viele weitere Möglichkeiten
Immerhin hätten die Aktiven schon vor dem jüngsten Kurs unzählige Stunden hinter sich gebracht, um die Teilnahme-Voraussetzungen zu erlangen. Seebauer nannte in diesem Zusammenhang unter anderem die Sanitätsgrundausbildung, den Rettungsschwimmer im Wasserrettungsdienst und das Schnorchel-Abzeichen.
Mit dem jüngsten Erfolg hätten die Mitglieder die Möglichkeit, in einer Schnelleinsatzgruppe aktiv zu werden – vorausgesetzt, sie seien volljährig. „Euch stehen mit dem Kurs darüber hinaus viele weitere Möglichkeiten offen. Ihr könnt als Bootsführer, als Rettungstaucher oder Fließwasserretter weitermachen“, erläuterte Seebauer.
Professionelle Kräfte
Die Kreis-Wasserwacht Cham habe hier den großen Vorteil, fast alle weiterführenden Kurse selbst anbieten zu können. „Wir haben den Luxus, dass man bei uns nicht weit fahren muss und alles im Landkreis Cham stattfinden kann“, freute er sich.
Rettungsdienstleiter Dominik Lommer brachte den Stolz der Kreisverbands-Verantwortlichen auf das Engagement der Ausbilder und die Leistungen der Teilnehmer zum Ausdruck. „Wir sind froh, dass es immer noch junge Menschen gibt, die in so etwas eine Aufgabe und ein Beschäftigungsfeld sehen“, sagte er.
Das Ziel der Ausbildung sei es, in einem Wasserrettungszug und damit im Rettungsdienst zum Einsatz zu kommen. „Wir werden uns also an der einen oder anderen Einsatzstelle wiedersehen. Ich freue mich darauf, dort auf professionelle, gut ausgebildete Kräfte und unser eigenes Personal zu treffen“, betonte der stellvertretende BRK-Kreisgeschäftsführer.

Lehrgangsleiter Michael Amann sprach den neuen Wasserrettern ebenfalls seinen „offiziellen Glückwunsch“ zur bestandenen Prüfung aus. Wie seine Vorredner richtete er einen eindringlichen Appell an die Gruppe. „Nehmt an den Übungen und Fortbildungen teil – wo auch immer! Dadurch werdet ihr immer besser.“
Die alle zwei Jahre in Cham angebotene Ausbildung zum Motorbootsführer in der Wasserwacht, die Alexander Kuhnert vor Ort verantwortet, lief nach Darstellung von Fabian Seebauer heuer anders ab.
Zu Gast in Regen
Da sich mit Vincent Schuster und Simon Müller diesmal nur zwei Interessenten dafür gefunden hatten und der Aufwand, für sie allein einen Kurs zu organisieren, zu groß gewesen wäre, heuerten die beiden für die Theorie-Schulung bei den Kollegen der Kreis-Wasserwacht in Regen an.
Zusammen mit den Bezirksausbildern ging es in der Praxis zweimal auf die Donau bei Passau hinaus. „Ansonsten haben Vincent und Simon die Fahrstunden mit den Ausbildern der Ortsgruppe Cham gemacht – ebenfalls auf der Donau“, berichtete Seebauer.
Die Prüfung selbst habe Ende August in Regensburg stattgefunden. „Beide haben sie souverän gemeistert und alle drei Teile bestanden.“ Als feste Mitglieder in der Schnelleinsatzgruppe könnten sie ihr Team in Cham damit noch besser unterstützen.