Sie kommen zum Einsatz, wenn der Wald zu dicht ist und Drohnen oder Hubschrauber bei der Vermisstensuche nichts mehr ausrichten: Rettungshunde! Schon seit 2021 unterstützt eine Rettungshundestaffel den Kreisverband Cham.

Die Flächenhunde Lexy, Mia, Calia und Freddi sowie der Mantrailer Ade stehen zur Zeit für Rettungseinsätze zur Verfügung. In der Ausbildung zum Einsatzhund befinden sich vier weitere Flächenhunde und fünf Mantrailer. Darüber hinaus schnuppern momentan einige Interessenten in die Rettungshundearbeit hinein.

Hauptaufgabengebiet der Rettungshundestaffel Cham ist die Flächensuche. Laut Martina Hackl kommen dafür alle mittelgroßen Rassen in Frage. Große Hunde sind oft zu schwer und können nicht mit der entsprechenden Ausdauer laufen. Vom Schäferhund bis zum Mischling eignen sich ansonsten alle Tiere. Speziell der Golden Retriever und der Labrador liegen auf der Beliebtheitsskala bei den Rettungshundestaffeln weit oben.
Zu klein sollte der Vierbeiner wegen der Einsätze in zugewachsenem Waldgelände jedoch auch nicht sein. Weniger als 40 Zentimeter Schulterhöhe haben sich hier als schwierig erwiesen.

Der Hundeführer entscheidet darüber, wie er seinen Hund ins Gelände schickt, damit er am besten zum Ziel kommt. Mit Babypuder, das er in der Luft verteilt, prüft er vorab – je nach Gelände – die Wind- und Wetterlage. Die Kommunikation mit dem Hund läuft vor allem über Körpersprache. Während der Vierbeiner das Areal durchstreift, dienen ihm Herrchen oder Frauchen als Orientierung. Der Hundeführer muss imstande sein, Karten und Kompass zu lesen und sich im Wald zu orientieren.
Zu unserer Staffel gehören auch Mantrailer, die gezielt nach einem bestimmten Menschen suchen. Diese Hunde werden vor allem eingesetzt, wenn bekannt ist, wo der Vermisste zuletzt war, oder um festzustellen, in welche Richtung er gelaufen ist. Auch in städtischen Gebieten mit Verkehr sind sie im Einsatz.

Rettungshunde, wie sie in der Staffel des Chamer BRK zum Einsatz kommen, suchen die Umgebung selbstständig nach jeder Form von menschlichem Geruch ab. Die Tiere spüren keinem Individualgeruch nach, sondern jeder Quelle menschlichen Dufts. Trainiert wird ausschließlich über positive Verstärkung – über Spielzeuge oder Leckerli. Ist der Vierbeiner fündig geworden, zeigt er das übers „Verbellen“ an oder übers „Freiverweisen“. Das Tier pendelt in diesem Fall permanent zwischen seinem Herrchen und der Stelle hin und her, an der die vermisste Person sitzt oder liegt, und zeigt ihm so den Weg.

Die Rettungshundestaffel beim Kreisverband Cham läuft als Arbeitskreis unter dem Dach der Bereitschaften. Trainingszeiten sind immer mittwochs zwischen 19 und etwa 22 Uhr sowie samstags zwischen 9 und etwa 13 Uhr. Um der Staffel beizutreten, braucht es nicht zwingend einen Hund. Auch Versteckpersonen oder Helfer werden immer gesucht. Interessenten sollten allerdings kein Problem damit haben, bei Wind und Wetter draußen zu sein. Wer sich für die Mitarbeit interessiert, kann sich per Mail unter der Adresse rhs(at)brk-bereitschaft.de oder unter der Telefonnummer 0176/97919734 an Fachdienstleiterin Martina Hackl wenden. Ein Schnuppertraining ist jederzeit möglich.
Einen Eindruck von der Arbeit unserer Staffel vermitteln diese Artikel: